Sonntag, 5. Juli 2020

Auf keinen Fall bestimmt er mein Leben!

Hallo da draußen!



Ich habe auf den Beitrag vom Freitag eine interessante Antwort von meiner Freundin Fräulein Wunderbar bekommen.
Wir kennen uns privat und es hat jede so ihr Päckchen zu tragen.

Einerseits hat sie sich für meine Beiträge bedankt, weil das ja auch ne Art Arbeit ist und Zeit und Nachdenken und Recherche erfordert.

Dazu sei von mir gesagt:
Es ist eine Arbeit, die ich gerne mache und die ich als meine Berufung ansehe.
Zu viele Geschichten, Gerüchte, Unwissen und Unsicherheit sind noch zum Thema Krebs in den Köpfen.
Ich möchte informieren, ermutigen, Ängste nehmen, Erfahrungen teilen und Tips geben.
Und es ist auch eine Art Verarbeitung für mich.
Recherchen erfordert es nicht immer. Meist kommt mir eine Idee spontan und wird zum Text oder ich bekomme den Anstoß durch Antworten oder was ich selbst so im Netz lese.

Dann hat Fräulein Wunderbar noch geschrieben, das sie für sich froh ist, wenn sie nicht an den Krebs denken muss, wenn er so wenig wie möglich in ihren Gedanken ist.

Hmmm, ist er bei mir auch nicht.
Horst war Teil meines Lebens 2018 und 2019, jetzt ist er tot, von uns gegangen, fachgerecht entsorgt.
Natürlich denke ich darüber nach, wenn ich zur Kontrolle bin oder auch bei manchen Beiträgen, aber nie so das das Thema alles bestimmt.

Krebs bestimmt nicht mein Leben!!!

Höchstens Teile meines Terminplanes und die meiste Behördenpost. Obwohl da sind es auch die Nebenwirkungen und Nachwirkungen und nicht der Krebs selbst.

So habe ich das auch schon während der Therapie gehalten.
Claudia Altmann-Pospischek beschreibt es so: der Krebs ist auf meiner Lebensfahrt mein Beifahrer, mehr nicht.
Claudia ist metastasiert und damit wird sie als unheilbar eingestuft.
Schreckliches Wort, gleich wieder vergessen bitte.

Bei mir sind jetzt die neuen körperlichen und seelischen Gegebenheiten meine Beifahrer, mein Schatten. Sie gehören dazu, haben aber nicht die Oberhand.
Die meisten Frauen tragen ganz selbstverständlich BH, ich halt Thoraxbandage und Kompressionsstrumpf. Farbe aussuchen, anziehen, nich mehr drüber nach gedacht.

Viel wichtiger ist mir, meine Tage gut zu füllen mit schönen Kleinigkeiten, Erlebnissen, Ergebnissen, Begegnungen und so weiter.
Dazu gehören auch meine Ausbildung und meine Arbeit als virtuelle Assistentin.
Noch viel zu lernen und kennen zu lernen, aber keine Last. Mir macht das Spaß.

Zugegeben auch ich habe Trübe Gedanken oder mal einen schlechten Tag, das kommt vor.
Aber ich gebe mir Mühe, diesen Tagen ihre Berechtigung zu geben, aber nicht übermäßig viel Raum.

Deswegen mein Wort zum Sonntag:

Gebt euren Tagen mehr Leben, mehr Freude, mehr Genuss.
Was morgen ist weiß keiner, also vertagt und verschiebt nicht so viel.
Das Leben ist schön, egal ob man gesund oder krank ist!

Freitag, 3. Juli 2020

Was macht ein gutes Leben aus?

Hallo da draußen!



Diese Frage und der folgende dazugehörige Text wurden heute von kurvenkratzer - influcancer bei Facebook eingestellt:

Ein Leben mit Krebs heißt nicht nur, krank zu sein.
Es bedeutet Stress mit den Eltern. Versalzenes Essen. Quengelige Kinder. Unhöfliche Kellner. Sich ärgern über den Chef. Abgesagte Verabredungen. Senf auf dem neuen Hemd.

Ein Leben mit Krebs bedeutet auch Spaß mit Freunden. Ins neue Lieblingsalbum reinhören. Einen Spaziergang in der Sonne machen. Sich einer Leidenschaft widmen. Etwas Neues lernen.

Trau dich zu lachen, zu wachsen und glücklich zu sein. Denn auch ein Leben mit Krebs kann ein gutes Leben sein.

Egal wie du über Krebs sprichst. Hauptsache du tust es.
#Kurvenkratzer #InfluCancer #talkaboutcancer #Krebsblogger #dubistnichtallein

Ja wie ist das eigentlich so?

Natürlich bedeutet Krebs zu haben auch weiter zu leben.
Selbst wenn die Prognose Mist ist, geht das Leben, der Alltag weiter. Anders zwar, aber es geht weiter.

Ein gutes Leben bedeutet für mich Familie und Freunde, morgens aufzuwachen, meine Aufgaben erledigen zu können.
Spaß und Freude an kleinen alltäglichen Dingen zu haben.
Verschwitzt vom Wandern kommen und sich ein Softeis gönnen.
Mit der Freundin beim Kaffee herrlich albern sein als hätten wir getrunken.
Zum Frühstück bei den ehemaligen Chefs und Kollegen zu sein.
Vertrauen geschenkt zu bekommen, um neue Aufgaben ganz in meinem Rahmen zu meistern.
Für andere da zu sein.

Ein gutes Leben kann so vieles sein.

Mich würde interessieren was es für euch ist.

Eure Anett

Dienstag, 30. Juni 2020

Ungeahnte Kräfte

Hallo da draußen!


Das bin ich - genau eine Woche nach der Mastektomie, aufgehübscht für die Schulabschluss Feier vom Junior.
Schminktechnisch alles gegeben, die Frisur sitzt!

Ich wollte unbedingt dabei sein.
Schließlich beendet man nur einmal die Oberschule.

Keine Ahnung wie ich das von den Kräften und den Schmerzen her hinbekommen hab, aber es war ein tolles Gefühl dieses Ziel geschafft zu haben.

Das gilt ehrlich gesagt auch für die ganze Therapiezeit.
Sich ein großes und ganz viele kleine Ziele setzen, die man gut erreichen kann.
So kommt man am besten durch die Zeit.

Das muss wirklich nix Großes sein!
Wenn man paar Tage nach der Chemo ne Verabredung zum Kaffee oder zum Spaziergang oder zur Kosmetik oder ähnlichem hat, dann hat man den Anreiz, das man bis dahin wieder auf den Beinen sein will.

Oder auch ne schöne Idee, eine Art Belohnungskalender für jeden geschafften Termin. Paar Nettigkeiten hübsch verpackt zum Beispiel.

Euer Körper, Eure Psyche - ihr als Patient müsst in dieser Zeit unglaubliches leisten.
Oft kommt man weit über die Grenzen hinaus bzw. merkt, das die eigenen Grenzen gar nicht so eng gesteckt sind.
Dafür dürft ihr euch belohnen.
Darauf könnt ihr stolz sein!

ABER
Behaltet auch im Auge, das es manchmal doch nicht so ganz klappt.
Das es Tage gibt wo wirklich nichts geht.
Ärgert euch dann bitte nicht.
Ich weiß es ist frustrierend, wenn man nicht aus dem Bett kommt, der Weg zur Toilette einem 50km Marsch gleich kommt.
Auch diese Tage gehören dazu.
Ich hab sie Faultier Tage getauft.
Auf Rat einer befreundeten Psychologin hab ich es mir dann eben kuschelig gemacht, geruht oder geschlafen, Musik gehört, gelesen, zum Fenster raus geguckt und es war immer jemand zur Stelle, der mich verwöhnt hat.

Ihr verfügt über ungeahnte Kräfte, dessen könnt ihr euch sicher sein.
Aber der Akku darf auch mal aufgeladen werden.
Und dann sieht das eben auch mal so aus:



Montag, 29. Juni 2020

Sportlich, sportlich

Hallo da draußen!



Wer behauptet eigentlich, das man mit Krebs, während der Therapie oder danach keinen Sport machen oder körperlich aktiv sein darf?

Studien belegen ja schon länger, das körperliche Aktivität den Patienten in vielerlei Hinsicht hilft.
Und dazu muss man nicht 7 Tage die Woche ins Fitnessstudio.
Nein, auch täglich 30-60 min spazieren gehen oder stramm laufen zählen dazu.

Natürlich frisch operiert oder wackelig von der Chemo sollte man vorsichtig sein, sich nicht überfordern und am besten in Begleitung los gehen.
Aber, wann immer es möglich ist, raus mit euch.
Gilt übrigens für alle, egal ob krank oder gesund!!!

Nun war ich ja gestern eigentlich für den Sachsentrail angemeldet.
Trail ist ne Art Cross für Wanderer. Also über Stock und Stein und beim Sachsentrail vor allem bergauf und bergab.
Da mein Hinkefuß nach wie vor noch nicht okay ist, habe ich mein Ticket weiter gegeben.
Aber auf der Couch saß ich gestern trotzdem nicht!
Während meine Mädels von den Werdauer Wander Schnecken , jawoooohl so nennen wir uns!, sich in Rabenberg überwunden und tapfer unterwegs waren, war ich alleine ne Runde im Wald.

Es hat geregnet, aber es war angehm warm und so bin ich stylisch in Regenverkleidung los.
Und es war herrlich!
Der Regen, das Rauschen der Blätter, die Luft, das frisch gewaschene grün und die Ruhe.
Ich habe es wahrlich genossen.
Okay bis zu meinem Kraftort bin ich nicht gekommen, weil es dann donnerte und Gewitter alleine im Wald ....
Aaaaaber ich habe Fotos geschossen und die ersten Pilze gesammelt und einfach die ganze Atmosphäre getankt.
Und am Ende war ich zwar trotz Regenjacke (Test übrigens nicht bestanden!) etwas nass, aber glücklich.
Keinen Trail, keine 10 km gelaufen, aber überhaupt gelaufen und den Schweinehund besiegt.






Also hoch den Po und raus mit euch - an den Ser, in den Park, in den Wald, Strand, Berg was auch immer vor eurer Haustüre ist.
30 min gehen immer und tun echt gut.

Eure Anett 



Donnerstag, 25. Juni 2020

Lebensverfügung

Hallo da draußen?

Testament haben alle schon mal gehört und etliche haben wahrscheinlich auch eins geschrieben.
Wer gut ist, hat sich auch mit Patientenvollmacht und Patientenverfügung befasst und beides verfasst.

Aber kennt ihr eine Lebensverfügung?

Ich durfte heute im Rahmen meiner Ausbildung an einem Zoominat von Marlis Lamers teilnehmen.


Lebensverfügung ist quasi mein Wunschzettel, ach was sag ich, mein Buch für meinen letzten Lebensabschnitt oder auch für die Zeit, in der ich aus Gründen nicht selbst kommunizieren kann.

Je genauer ich mich da äußere, um so einfacher wird es für die Pflegenden und am wichtigsten!!! um so angenehmer wird es für mich.

Das Alter ist die Nachspeise des Lebens, hat mal ein schlauer Mensch gesagt.
Und ganz ehrlich, die Nachspeise möchte ich dann aber bitte als meine Lieblingsnachspeise mit Sahnehäubchen serviert haben, um mal im Bild zu bleiben.

Egal ob ich zu Hause oder  in einer Einrichtung gepflegt werde, wenn ich es nicht kommunizieren kann, müssen das Familie und Freunde oder im schlimmsten Fall ein Berufsbetreuer tun.
Aber bitteschön woher soll ein Berufsbetreuer wissen, was ich möchte? Der kennt mich ja gar nicht!
Und meine Familie und Freunde? Kennen die mich so ganz genau?

Deswegen Lebensverfügung vom Lieblingsessen, über den Lieblingsduft, die Lieblingsmusik alles rein.
Wie sieht mein Tagesablauf aus?
Morgens erst mal ein großer Pott Kaffee und bitte nicht ansprechen oder lieber starten mit ner kalten Dusche?
Höre ich Helene Fischer oder lieber AC/DC? Oder mag ich gar keine Musik?

Es gibt so viele Punkte, die man da aufführen kann und sollte.
Deswegen lieber als Buch, wenn mir was einfällt, dann schreib ich's halt rein.

Es drückt so für alle anderen aus, was meine Wünsche, was mein Wille ist und vor allem was mich ausmacht.
Es macht es demjenigen, der die Vollmacht hat, meine Wünsche durchzusetzen und der Entscheidungen für mich treffen muss, um einiges einfacher.

Und ganz am Ende ist es auf seine ganz persönliche Art und Weise auch ein ganz toller Nachlass.,

Mit einer Lebensverfügung kann man nie früh genug anfangen!
Nicht erst, wenn die Rente vor der Tür steht oder der Arzt mit einer ungünstigen Diagnose winkt.
Nein, im Idealfall gleich ab dem 18. Geburtstag oder jetzt, wenn ihr hier fertig seid mit lesen.
Ihr wisst nie was das Schicksal, der Fadenzieher, der liebe Gott oder an was ihr das so glaubt mit euch als nächstes vor hat und dann kann es im ungünstigsten Fall sein, das ihr euch nicht mehr äußern könnt.

Als kleinen Anhaltspunkt hat Marlies uns diese Datei zur Verfügung gestellt, die ich euch hier zeigen darf. Das wäre die ganz einfache Variante für zum in den Schrank kleben in der Einrichtung.


Wenn ihr euch ausführlich damit beschäftigen wollt, sei euch Marlis empfohlen und gerne das Buch von Erich Schützendorf


erschienen im Reinhardt Verlag


Also denkt mal drüber nach, was ihr euch so wünscht und bringt es zu Papier!

Mittwoch, 24. Juni 2020

Sommerakademie



Vom 6.7 - 26.7 startet die Sommer-Akademie 2020. Drei Wochen voller ONline-Live-Seminare zu den verschiedensten Themen rund um die LebensMUTivation, Gesundheit und Psychoonkologie

Für alle Interessierten - ob Betroffene (chronisch erkrankte oder Krebspatienten), Angehörige oder Professionals. Für jeden ist etwas dabei.

Dabei kannst du die LIVE-Online-Seminare einzeln oder als Gesamtpaket buchen.

14 LIVE ONLINE Seminare für dich - schaue sie dir ONLINE LIVE an oder hinterher als Aufzeichnung.

Diskutiere LIVE mit den Experten!

Für alle ONLINE -Seminare wird es eine Teilnahmebescheinigung in digitaler Form geben.

weiter Informationen findest du hier:

https://kompetenz-meets-bildung.de/sommerakademie2020/



Ich bin dabei!

Und ihr?

Montag, 22. Juni 2020

Hot Summer

Hallo da draußen!

Ja ja während die Mädels von Monrose in ihren knappen Outfits was von Hot Summer geträllert haben:

Muss ich das natürlich wieder steigern!




Sie sehen heute auf dem Laufsteg unser Modell Anett, mit einem stylisches grün-weiß gebatikten Kompressionsarmstrumpf, einem grünen Handstrumpf und einer super schicken Thoraxbandage in der Farbe sesam.
Darüber trägt Anett ein Noname Tanktop, perfekt für die Gartenarbeit.

Dank steigender Außentemperaturen und extra eingebauter Hitzewellen hat es unser Modell immer kuschelig warm.

ABER!!!!

Chic, stylisch, modisch ist anders ich weiß, zu verstecken geht’s schlecht, aber es hilft.
Jawoll!!!

Na deswegen zieh ich an, was mir zusagt. Manchmal verdeckt die Kleidung eben alles, jetzt im Sommer eher nicht.
Na und!!!

Ich wünsche mir, das noch viel mehr selbstbewusst zu ihrer Kompressionsversorgung stehen und vor allem farbig wählen. Es gibt jedes Jahr neue Collectionen zu den bewährten dazu.

Verstecken war gestern!!!

Eure Anett


WIR SIND ECHT

Eine Aktion von Kurvenkratzer-Influcancer

WIR SIND ECHT!


🗣️🗣️ Hey Du da draußen!! 😀
Unsere „Wir sind echt“-Aktion richtet sich an Euch alle da draußen.
An Euch ihr BloggerInnen und an Euch, ihr Leseratten, ihr geliebten Follower und Communitys.
Wir wünschen uns Wertschätzung, Respekt, Achtsamkeit und einen liebevollen Umgang miteinander.
Wir wollen evidenzbasierte Information und wir wollen vor allem:
Wahrheit. Echtheit. Authenzität. Kongruente Botschaften. Wir wollen Geschichten, die das Leben wirklich schrieb.
Wir rufen zu einem solidarischen Miteinander unter KrebsbloggerInnen und Communitys auf.
Unser gemeinsames Thema ist viel zu sensibel, um unvorsichtig oder unpassend damit umzugehen.
Das Tabu viel zu groß, um nicht stark an das eigene Verantwortungsbewusstsein zu appellieren.
Daher nehmen wir uns dem Ganzen persönlich an. Daher engagieren wir uns.
Daher stellen wir uns dazwischen, wenn der Umgang mit der Krankheit und dem Bloggen dem nicht entspricht und sagen: So nicht.
Wir als Kurvenkratzer rufen laut in die Welt hinaus: Wir sehen dich. Wir beobachten dich.
Wir schätzen dich und deine Geschichte, dein Erlebtes, deinen Schmerz und deine Erfolge. Wenn sie echt sind. Denn wir. Wir sind es.
Du kannst dich mit unserer Meinung und unserem Inhalt identifizieren?
Super! Sei so lieb und hilf uns mit ✅ LIKE, ✅ COMMENT und vor allem ✅ SHARE,
damit wir dem Thema viel Sichtbarkeit geben können.
DANKE 💛 💛 💛 💛 !!

WIR SIND ECHT.
Wir sind Krebsblogger.
Wir sind Patienten die Krebs als Lebensumstand erleben, verarbeiten, bekämpfen und unseren eigenen Weg finden, damit umzugehen.
Wir teilen unsere Erfahrung, wir informieren, und schaffen Awareness.
Wir besprechen Probleme, Nebenwirkungen, Sorgen… viele Sorgen… und Herausforderungen.
Aber wir erzählen euch von unseren schönen Erlebnissen, unseren Erfolgen und lassen euch an unserem Hier und Jetzt teilhaben.
Wir Krebsblogger sind Gesichter und Stimmen einer Krankheit.
Wir haben einen Qualitätsanspruch an unsere Inhalte, Sendebewusstsein unserer Community gegenüber und entsprechendes Verantwortungsgefühl
wenn es um die Wahrheitsgehalt in unserer Geschichte geht.

Wir sind www.kurvenkratzer.at / www.influCancer.com
#talkaboutcancer #Krebsblogger #Krebsbloggerin #Gesundheitskommunikation #Kurvenkratzer #InfluCancer

PS: Mehr Info zu uns gibt es auf www.kurvenkratzer.at 

Sonntag, 21. Juni 2020

1 Jahr Krebsfrei!!!


Mehr gibt’s ja heute nicht zu sagen, aber ganz so kurz will ich auch nicht abspeisen.

Heute vor einem Jahr ist Horst mit seinem Gefolge zwangsgeräumt und fachgerecht entsorgt worden.
Nach der OP lag ich bandagiert, noch ein bisschen high, aber glücklich und erleichtert in meinem Bett und hab dieses Foto oben in die Welt hinaus geschickt.

Ich habe diesen Schritt nie bereut, auch wenn das Lymphödem Frau Gisela dadurch zugenommen hat.
Aber es ist für mich nach wie vor der einzig richtige Weg gewesen, um diesen Blödmann wirklich los zu werden.
Ich bin krebsfrei und das seit einem Jahr!
Die letzte Kontrolle im Mai war ohne Beanstandungen und das Gegenteil muss mir erst mal jemand beweisen!
Tschakka!!!

Ich möchte mich bei euch allen bedanken, Familie, Freunde, Kollegen, Bekannte aus nah und fern, teils Menschen, die ich nur virtuell kenne.
Ihr habt mir alle die Daumen gedrückt, gute Wünsche geschickt, Karten geschrieben, Päckchen gepackt, Blumen schicken lassen, mich versorgt, wart mit mir im Wald, beim Arzt, Essen oder im Kino.
Ich bin so froh euch alle an meiner Seite zu haben.

Krebs ist ein Arschloch ohne Frage, aber trotzdem kann man auch ihm was Gutes abgewinnen.
Neue Freundschaften, neue Interessen und Fähigkeiten, neue Perspektiven und eine Stärke von der man nicht im Traum dachte, das man sie hat.

Alle da draußen, die ihr gerade kämpft oder einen Kämpfer betreut oder gerade einen Kämpfer habt ziehen lassen müssen, gebt bitte nicht auf! Es gibt immer jemanden, der für euch da ist, der euch Mut und Zuversicht schenken kann.
Das Leben ist schön, auch wenn es manchmal echt dämlich verpackt ist.

Eure Anett


Mittwoch, 17. Juni 2020

Einfach machen - sei unperfekt

Hallo da draußen!

Quelle: www.mamaimspagat.de 


Heute habe ich während ich in der Küche am Salat schnippeln war, einen Podcast gehört für virtuelle Assistenten zum Thema Perfektionismus.

Interessantes Thema und etwas, woran sich viele die Zähne daran ausbeißen.

Ich bin ja auch herrlich unperfekt gestartet.
Andrea hat mich gefragt ob ich mir das vorstellen könnte und ich hab einfach ja gesagt.
Kann ja nicht so schwer sein!

Die erste Aufgabe war auch kein Problem und so wurden mir weitere Aufgaben übertragen.
Inzwischen bin ich Moderator der Messenger Gruppe und Admin beider Facebook Gruppen. Termine ankündigen, Post's erstellen kein Ding.
Auch zwei Lektionen hab ich mehr oder weniger spontan schon moderiert und gehalten und weil es mir Spaß gemacht, mich für die zukünftige Ausbildung dafür angeboten.
Alles ohne vorherige Schulung oder Weiterbildung,  quasi rein gewachsen.

Im Moment fange ich an, mich zusätzlich zu bilden zum Thema virtuelle Assistenz. Arbeite die Module so ab, wie ich sie benötige und arbeite trotzdem schon.

Unperfekt, oder?

Früher, also vor meiner Diagnose, hätte ich das nicht gemacht.
Ich hätte mich informiert was da alles dazu gehört und wahrscheinlich abgelehnt. 
Was ich da alles erst lernen muss, was man da alles dazu benötigt, wann soll ich das denn alles machen und so weiter.

Mit meiner Diagnose und Therapie habe ich lernen müssen,  das man in vieles ohne Vorbereitung rein wächst und es auf seine Weise gut meistert. Und das es nicht alles perfekt sein muss.

Mir sind die Haare ausgefallen und ich hab stundenlang Videos zu Tuchbindetechniken angeschaut.  Letzten Endes hatte ich paar Varianten für mich gefunden, teilweise zwei Methoden kombiniert und als es kälter wurde gab's Mützen.
Ich hab Krebs, mir ist kalt an der Glatze und wem es nicht gefällt, der soll nicht hin gucken!

Aufwändiges Makeup, damit ich nicht so krank aussehe?
Läuft mir doch eh wieder runter, weil meine Augen Tränen und ich jetzt so herrlich schwitze.
Also gibt's nur Augenbrauen und Wimpernkranz und fertsch!

Mit der Kompressionsversorgung ist es jetzt ähnlich.
Die Strümpfe sind farbig, die Thoraxbadage ist etwa Hautton, dafür guckt die überall raus.
Und nun? Neue Oberteile kaufen deswegen damit es wieder perfekt ist?
Nö! Wozu?
Ich kaufe paar dünne, weil das Ding unglaublich warm ist, aber ansonsten blitzt es eben raus.
Das bin nun mal ich, echt so wie ich bin!

Und so könnte ich das noch ewig fortsetzen.

Was ich euch heute eigentlich sagen will:

Plant nicht immer alles bis ins letzte Detail!
Seid spontan, macht einfach mal!
Learning by doing  - gilt in allen Lebensbereichen.
Seid echt, dann begegnet ihr auch wirklich den Menschen,  die zu euch passen. 
Wer eine Maske trägt, werdet ihr dann schon gut erkennen.
Das Leben ist einfach zur kurz und zu schön für immer nur Perfektionismus!

Übrigens lest ihr gerade den ersten per Tablet verfassten Post.
Hat ganz schön Zeit gekostet, aber ich hab's einfach mal gemacht!

Eure Anett